Artenschutzprüfung (ASP)

Das Artenschutzregime stellt ein eigenständiges Instrument dar, das nicht durch andere Prüfverfahren ersetzt werden kann. Die artenschutzrechtlichen Vorschriften betreffen sowohl den physischen Schutz von Tieren als auch den Schutz ihrer Lebensstätten. Die Artenschutzprüfung (ASP) basiert auf der Umsetzung europäischer Rechtsprechung in das nationale Recht, hier den § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).
Bei Planungsverfahren oder bei der Zulassung von Vorhaben gilt es zu untersuchen, ob durch das Vorhaben Konflikte mit den artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen zu erwarten sind. Gemäß § 44 BNatSchG handelt es sich hierbei um die sogenannten Zugriffsverbote:

- Verbot Nr. 1: Wild lebende Tiere zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre  
  Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
- Verbot Nr. 2: Wild lebende Tiere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-,    Überwinterungs- und Wanderungszeiten so erheblich zu stören, dass sich der   Erhaltungszustand der lokalen Population verschlechtert,
- Verbot Nr. 3: Fortpflanzungs- oder Ruhestätten wild lebender Tiere aus der Natur zu   entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
- Verbot Nr. 4: Wild lebende Pflanzen oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu   entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören.

Der Prüfumfang beschränkt sich auf die europäisch geschützten, im Anhang IV aufgeführten Arten der Flora-Fauna Habitatrichtlinie (FFH) und die europäischen Vogelarten. Alle anderen „nur“ national besonders geschützten Arten sind im Rahmen der Eingriffsregelung (Landschaftspflegerischer Begleitplan) zu behandeln.

Bei der Artenschutzprüfung gilt ein dreistufiges Prüfverfahren.
Die Stufe 1 ist als Vorprüfung möglichst einfach konzipiert und dient der Feststellung des Artenspektrums und der Wirkfaktoren. Ist ausgeschlossen, dass von dem Vorhaben für die o.g. europäisch geschützten Arten erhebliche Beeinträchtigungen ausgehen, ist die Prüfung hiermit bereits abgeschlossen. Die Ergebnisse sind in einem Bericht zu dokumentieren. Für die Artenschutzprüfung der Stufe I ist in der Regel eine einmalige Ortssichtung zur Feststellung der örtlichen Situation und die Auswertung von Daten des LANUV ausreichend.
Sollten sich Beeinträchtigungen für die europäischen Arten nicht ausschließen lassen, ist die zweite Stufe des Prüfverfahrens durchzuführen, die eine vertiefende Prüfung der Verbotstatbestände für die einzelnen Arten beinhaltet. Können unter Berücksichtigung von Vermeidungsmaßnahmen und vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen - wie z.B. die Terminierung von Bauvorhaben auf die Wintermonate, den Erhalt wichtiger Gebäudeteile oder Gehölze und die Anbringung von Kästen für Fledermäuse und Vögel - artenschutzrechtliche Verbotstatbestände ausgeschlossen werden, so ist auch diese Prüfung fertiggestellt.
Die Stufe III, die die Beantragung eines Ausnahmeverfahrens beinhaltet, kommt nur in ganz seltenen Fällen zum Tragen.

Die Artenschutzprüfung, die in der Regel einen Bericht und bei Bedarf auch Lagepläne umfasst, wird zusammen mit den jeweiligen Anträgen (z.B. Bauantrag, Antrag zum Abbruch von Gebäuden oder Fällung von Bäumen etc.) eingereicht. Bleiben auf Grundlage der einmaligen Sichtkontrolle noch Unwägbarkeiten, so fordern die genehmigenden Behörden häufig eine Ökologische Baubegleitung, die wir bei Bedarf gerne für Sie durchführen. Auch tiefer gehende Bestandserfassungen spezieller Tierarten, z.B. von Fledermäusen, Vögeln oder Amphibien, gehören zu unserem Leistungsspektrum bzw. werden von uns in Zusammenarbeit mit anderen Fachplanern erbracht.



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